Meist ersetzt Bluetooth das Kabel für Ohrhörer und Mikrofon bei Mobiltelefonen. Vermehrt wird die Funktechnik aber auch für Musik genutzt. Hier verspricht die proprietäre Technik Apt-X mehr Audioqualität.
Bluetooth wurde 1994 von Ericsson entwickelt und transportierte ursprünglich Daten via Funk statt über sperrige Kabel. Seit 2007 überträgt es dank dem Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) auch Stereomusik. Allerdings ist die Technik auf minimalen Stromverbrauch und nicht auf audiophile Qualitäten optimiert.
Die Audiodaten müssen wegen der geringen Transportkapazität von Bluetooth komprimiert werden. Dies geschieht normalerweise mit dem „Subband Codec“ (SBC). Dieser ist inzwischen veraltet und führt zu hörbaren Qualitätsverlusten. Alternativ könnten zwar auch Codecs wie MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, AAC oder Atrac eingesetzt werden, allerdings müssen dann Mobilgerät und Audiogerät darauf abgestimmt sein.
Schonend eindampfen
Mit Apt-X versucht nun der britische Hersteller CSR (www.csr.com) einen zusätzlichen Codec in der Bluetooth-Welt zu verankern. Der neue Standard komprimiert die Audiodaten im Faktor 1:4 und schaufelt pro Sekunde 352 Kilobyte Daten über die Funkstrecke. Apt-X soll, so der Hersteller, eine mit CDs vergleichbare Audioqualität bieten. Die Musik wird dabei mit 16 Bit Bandbreite und 44,1 kHz Abtastrate digitalisiert, der Dynamikumfang soll 92 Dezibel betragen. Ein weiterer Vorteil von Apt-X ist die Audioverzögerung von unter 2 Mikrosekunden: Die Lippen des Schauspielers bewegen sich synchron, auch wenn man den Ton zum Film via Drahtlos-Kopfhörer geniesst.
Apt-X hat noch das klassische Huhn-Ei-Problem. Sowohl Handy/Audio-Player als auch Kopfhörer/Audio-Dock müssen den Standard unterstützen. Bei iPhones lässt sich Apt-X bis jetzt nur über sperrige Adapter nachrüsten, Mac-Rechner unterstützten den Codec teilweise bereits. Auch moderne Android-Smartphones wie Samsung Galaxy SIII, HTC One und Motorola Razr Droid sind bereits mit Apt-X ausgerüstet.
Auf der Gegenseite gibt es Apt-X-fähige Audiogeräte von Logitech, Samsung, Creative, Sharp, Denon, Altec Lansing und NAD sowie Kopfhörer von Sennheiser, Monster oder Jaybird. Mit den Adaptern BT 100 von Cambridge Audio oder dem uPlay von QED lässt sich eine Stereoanlage nachträglich fit für Apt-X machen.