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04.09.2012 / Schallplatten-Tipps / Lothar Brandt

FRISCH GEPRESST

Die Schallplatten-Pressen stehen nicht mehr still: Es gibt wieder reichlich Nachschub an attraktiven Rock-Pop-, Jazz- und sogar Klassik-LPs.

 

 
ANATHEMA
WEATHER SYSTEMS
Diese Platte darf einfach nicht in der Flut mediokrer Mucke dieses Jahrgangs untergehen. Die englische Band um die Geschwisterpaare Cavannagh und Douglas hat sich glücklicherweise längst von den dröge-düsteren Death-Metal-Anfängen und auch von der pur-psychedelischen Front verabschiedet. Und haben mit diesem grosszügig überspielten Doppel-Album (auch auf Einzel-CD) ein faszinierendes Statement abgegeben, wo hymnischer Artrock heute stehen kann. Insbesondere die Wechsel-Vocals zwischen Vincent Cavannagh und Lee Douglas geben den teilweise pathetisch-bombastisch aufgebauschten Groß-Kompositionen das gewisse Extra. Die Sängerin veredelt auch die zarteren Parts Melodien einfach zauberhaft. Nur der überkomprimierte Sound ragt nicht aus dem heute Üblichen heraus. Ansonsten: überragend. (kscope, 2 LPs, 9 Tracks)
 
 
 
 
JOAN BAEZ
JOAN BAEZ / JOAN BAEZ VOL. 2
Eine schöne Idee, die ersten beiden Vanguard-Alben der damals blutjungen Joan Baez wieder auf Vinyl, in guter DMM-Pressung, preiswert zugänglich zu machen. (Das Debüt gibt es in kleinen Stückzahlen noch für teures Geld von Pure Pleasure, beide LPs getrennt kaum billiger auch von Vanguard selbst). Warum Vinyl Passion aber nicht das Original-Artwork reproduzierte und jegliche Zusatzinfos (wer spielt Banjo, singt die männliche Zweitstimme etwa auf „Banks of the Ohio“?) verweigert, bleibt das Geheimnis der Wiederveröffentlicher. Die New Yorkerin Jahrgang 1941 hatte 1960 ihren ersten Kontrakt bei Vanguard unterzeichnet; und schon ihre ersten beiden Longplayer erreichten 1960/61 die Top 20 der US-Pop-Charts. Kein Wunder, erfüllte die wunderschöne Folksängerin doch nicht nur musikalisch so manchen Traum der studentischen Jugend. Die Songs entnahm sie wie hunderte andere gitarrezupfende Sänger dem Fundus an traditionellem Folk, an Spirituals und englischem Liedgut. Was die Platten einzigartig macht, ist diese wundervolle Sopranstimme, die man vor 50 wie wohl auch in 50 Jahren noch als einzigartig wiedererkennen wird. Zum Niederknieen. (Vinyl Passion, 2 LPs 13 / 14 Tracks)
 
 
 
 
 
THE BYRDS
MR. TAMBOURINE MAN
Schon auf ihrem 1965er Debüt hatten die Jungs um Nöl-Stimme Jim (später. Roger) McGuinn ihre Trademarks entwickelt: der Sound der zwölfsaitigen Rickenbacker-Gitarre, der fantastische Satzgesang unter Führung von David Crosby, die starke Rhythm Section mit Chris Hillman am Bass. Und nicht zu vergessen: superbe Cover von Dylan-Songs, oft mitreissender als die Originale. Gleich vier Songs des Meisters verzeichnet das Tracklisting, darunter das unübertroffene Titellied. Doch auch sonst gibt es keine Durchhänger, die Westküsten-Folk-Contry-Rocker hatten auch die füllerfreie Langspielplatte mit zur Reife entwickelt. Der offene, frische Klang des Reiussues geht offenbar auf das sehr gute Remaster anno 1997 zurück. Angeschrammelte frühe deutsche oder holländische Billigpressungen dürfen den Jordan hinüber.
(Music on Vinyl, 12 Tracks)
 
 
THE BYRDS
FIFTH DIMENSION
Für ihre dritte LP enterten die Byrds 1966 die hochwogende Psychedelic-Welle und katapultierten den „Spaceman“ „Eight Miles High“ in die „5th Dimension“. Schon weitgehend ohne den nur noch ab und an mitsingenden, Harmonica-blasenden und Tambourin-schwingenden Songschreiber Gene Clark, regierte McGuinn als Leitvogel, der generös Crosby die Lead-Vocals bei „Hey Joe“ liess und sogar das Instrumental „Captain Soul“ ins Tracklisting hievte, das erstmals ohne Dylan-Cover auskam. Für Klang (wegen mehr Studio-Mätzchen nicht ganz so frei wie beim Debüt) und Pressqualität ist gleich Gutes wie bei „Tambourine Man“ zu melden. Leider fehlt hier ein Begleittext, der Reissues immer gut anstände.
(Music on Vinyl, 11 Tracks)
 
 
JOE COCKER
SHEFFIELD STEEL
Der Gasinstallateur aus Sheffield lieferte nach zahllosen Abstürzen und Krisen 1982 wieder ein Erfolgsalbum ab. Produzent Chris Blackwell  hatte ihn auf die Bahamas geholt, wo er seiner Reibeisenstimme eine erstklassige Band hinstellte, unter anderem die Rhythmsection Sly Dunbar und Robbie Shakespeare. Sogar King-Crimson-Gitarrist Adrian Belew gibt ein Gastspiel. Die Songauswahl, bei dem „Nur“-Interpreten Cocker immer entscheidend, ist ok. Aber es hat auch schon beseeltere Cover von Jimmy Cliffs „Many Rivers To Cross“ gegeben. Was solls, seit diesem Album lieferte Joe Cocker immer wieder die Poprock-Konfektionsware ab, mit der er endlich reich und glücklich wurde. Als Neupress-Vorlage diente offenbar die Remaster-CD, die etwas klarer und nuancierter, zum Teil aber minimal harscher tönt als die deutsche Island-Pressung seinerzeit.
(Island/Music On Vinyl, 10 Tracks)
 
 
 
 
LEONARD COHEN   
DEATH OF A LADIES MAN
Das passte irgendwie nicht: Wall-Of-Sound-Produzent Phil Spector und der sensible Balladier Leonard Cohen. Spector bekam 1977 für jeden der acht Songs seinen Co-Credit, wohl weil er auf Bombast komm raus auf Cohens Liedgut draufarrangierte, was die Streicher/Bläser/Chorspuren hergaben. Immerhin sieht man auf dem Klappcover rechts vom Meister (s)eine Suzanne und Beat-Autor Alan Ginsberg und Bob Dylan haben einen Gastauftritt in „Don’t Go Home...“. Textlich ging Cohen auch deftiger zur Sache als sonst in seiner anspielungsreichen Lyrik. Doch nach Abhören des trotz einiger Oberflächengeräusche recht gut gefertigten und klanglich alten holländischen CBS-Pressungen überlegenen Reissue bleibt man ratlos zurück: Starb hier wider besseres Wissen ein Ladies’ Man beim Ansingen gegen den Klang(sch)wall?
(Columbia/Music On Vinyl, 8 Tracks)
 
 
LEONARD COHEN
RECENT SONGS
1979 war alles wieder gut. Gemeinsam mit Henry Lewy produzierte Cohen wieder charmant-unprätentiös und kehrte zum zeitlosen, poetischen Folk zurück. Zurückhaltende Rhythmusgruppe, Gitarre, Keyboards und ab und an Streicher – mehr brauchen die Balladen des Kanadiers wirklich nicht. Es sei denn, die unvergleichliche Jennifer Warnes lässt mit ihrer Stimme den „Background“ aufleuchten. Als Überraschung hielt LC diesmal Mariacchi-Klänge und französische Textzeilen in „Un Canadien Errant“ sowie einige Sprengsel der arabischen Laute Oud parat. Dass er bei den melancholisch-erotischen Songs zum Teil auf Material seines unveröffentlichten Albums „Songs For Rebecca“ (1975) und auf ein mittelalterliches Gedicht zurückgriff, macht gar nichts – denn der zeitlose Cohen ist der beste Cohen.  
(Columbia/Music On Vinyl, 10 Tracks)
 
 
LEONARD COHEN
VARIOUS POSITIONS
Bestünde diese 1984 unter Regie von John Lissauer produzierte LP nur aus dem unvergleichlichen „Hallelujah“, sie würde schon mehr Raum im Songwriter-Himmel einnehmen als das Gesamtwerk manch anderer Barden. Selbst Cohen selbst schaffte selten (und auf diesem Longplayer gar nicht) Grösseres. Einzig das von einer grandios singenden Jennifer Warnes mitgetragene „If It Be Your Will“ geht ähnlich tief. Textlich auf dem gewohnten Niveau, verliess sich Cohen musikalisch meist auf zwischen Bar, Country und Lagefeuer changierender Standard-Ware. Music On Vinyl schreitet wacker voran mit der Wieder-Einschwärzung des Cohen-Katalog, auch hier gibt es solide, aber nicht überragende Klang- und Pressqualität zu hören.
(Music on Vinyl, 9 Tracks)
 
 
ELVIS COSTELLO & THE ATTRACTIONS
ALMOST BLUE
Nach seiner Stiff- und Radar-Zeit, nach seinen suffbedingten Ausfällen gegen schwarze Top-Musiker brauchte Declan Patrick Aloysius McManus 1981 erst mal eine Art Erholung. Der britische Knödelbarde mit der Kassenbrille gönnte sie sich mit einem Ausflug nach Nashville, wo er mit seinen Attractions und dortigen Studio-Cracks ein Country-Album einspielte. Mit a bisserl Rock’n’Roll, mit Streichern, mit wimmernder Pedal Steel Gitarre und vielen Tränen im Knopfloch, die Costello schon damals wie kaum ein anderer rausquetschte. Die Mobile Fidelity Sound Labs haben die Originalen Master im hauseigenen Gain-2-Verfahren sehr sauber, dynamisch und kraftvoll in die breit gefüllten Pressmatrizen geschnitten. Hut ab – der Sound geriet knackiger als zeitgenössische LP-Ausgaben.
(MFSL, 12 Tracks)
 
 
 
 
BOB DYLAN & THE BAND
THE BASEMENT TAPES
Wäre die Zahl und Abstrusität von Legenden, die sich um einen Tonträger ranken, ein Massstab für Qualität, so läge hier wohl so eine Mischung aus „Sgt. Pepper“, „Pet Sounds“ und „The Dark Side Of The Moon“ vor. So um die 100 Songs sollen die ehemalige Begleitband von Ronnie Hawkins und Bob Dylan 1967 da im Keller des Hauses Big Pink in Woodstock mit einfachsten Mono-Mitteln eingespielt haben. Um die Goldgrube für Bootlegger auch ein wenig abzugraben, veröffentlichte Columbia 1975 diese Auswahl von 24 Songs, bei denen Dylan bei 16 die Lead Vocals singt. Dabei hatte er teilweise ordentlich einen gehoben oder geraucht. So finden die einen dieses Doppelalbum musikhistorisch stramm überbewertet, die anderen bewundern dieses grossartige Kondensat aus allem, was viel später einmal „Americana“ heissen wird. Wie auch immer: So gut wie hier in der aufwändigen Fertigung von Mobile Fidelity klangen die Tapes analog noch nie, ältere deutsch/holländische Pressungen und auch das Music-On-Vinyl-Reissue werden klar abgehängt. Und dafür, dass im Original-Master zum Beispiel „I Shall Be Released“ fehlt, kann MoFi ja nichts.
(MFSL, 2 LPs, 24 Tracks)
 
 
FLYING COLORS
FLYING COLORS
Bei der Besetzung greifen Progressive Rock Fans schon automatisch zu: Zu den Transatlantic-Kumpanen Mike Portnoy (dr) und Neil Morse (key, g, voc) stossen Auch-Deep-Purple-Gitarrist Steve Morse und Bassit Dave LaRue. Die vier Prog-Veteranen holten sich für den Gesang aus der jüngeren Generation Casey McPherson (Alpha Rev), der seinen Job merh als ordentlich macht. Die Musik bedient sich bei Hard-Rock, Soft-Rock, AOR und ein bisschen wird auch gejamt – alles in allem ein wirklich starkes Rockalbum, auch wenn sich beinharte Proggis wohl über zuviel Mainstream beschweren werden. Doch die Songs laufen einfach gut rein – und mit „Kayla“ wartet auf Seite 1 eine echte Balladen-Perle. Bei den beteiligten Musikern darf man sich bis zum Schluss immer wieder mal auf instrumentale Highlights freuen, die Produzent Peter Collins knackig-kraftvoll in Szene setzt. Gute Pressung.
(Mascot Music, 2 LPs, 11 Tracks)
 
 
MELODY GARDOT
THE ABSENCE
Gibt es ein reizvolleres Argument für die LP-Grösse als dieses Cover? Doch ausser dem Artwork in bester Roxy-Music-Tradition hat die amerikanische Sängerin, Pianistin und Gitarristin mit dem klingenden Namen auf ihrem aktuellen Album noch viel zu bieten: einen brillant musizierten Multi-Kulti-Softjazz zum Beispiel, in den portugiesischer Fado ebenso durchklingt wie lateinamerikanische Rhythmik und orientalische Harmonik. Miss Gardot singt dazu meist englisch, mal französisch, mal lusitanisch – meist lasziv die Stimmbänder räkelnd, nur selten auch mal lüstern gurrend. Produzent, Arrangeur, Keyboarder und Gitarrist Heitor Pereira zauberte ihr dazu ein höchst attraktives Klanggewand, dem Bernie Grundmans Mastering die audiophile Krone aufsetzt..
(Decca / Universal, 11 Tracks)
 
 
GRATEFUL DEAD
TERRAPIN STATION
Die legendären Westcoast-Rocker begaben sich 1977 für ihr neuntes Studio-Album unter die Fittiche von Produzent Keith Olsen. Der verstärkte die noch einmal in Septett-Stärke angetretenen Musiker (also mit Keith und Donna Godchaux) behutsam um Streicher und Bläser. Und im die komplette B-Seite überspannenden Titelstück gibt es sogar etwas Orchester/Chor-Bombast. Auf der A-Seite gibt es neben einem mäßig überzeugenden Cover von „Dancing In The Streets“ überwiegend einen entspannt groovenden Mix aus Rock, Funk, Westcoast, Soul und dem damals schwer angesagten Reggae. Leider geizt das Reissue mit Infos, dafür verblüfft der klare dynamische Soound, den Analogue Productions hinbekam. Um Welten besser als die seinerzeit kursierenden deutschen Arista-Pressungen.
(Analogue Productions, 6 Tracks)
 
 
GRATEFUL DEAD
RECKONING
Lange vor der (un)seligen Unplugged-Welle beschlossen Jerry Garcia und Co, ein halbakustisches Set aufzuzeichnen. Statt, wie von den Deadheads gewohnt, in Stadien oder Riesenarenen, liefen die Bandmaschinen im Herbst 1980 mit im Warfield Theater, San Francisco und der New York Radio City Music Hall. Kleinere Halle, kleinere Bühne, kleinere Verstärker, kleineres Schlagzeug – größere Musik? Nun denn, die Dead reduzierten ihr Programm auf tradierten Country, Bluegrass, Folk und einige Eigenkompositionen, die auf der Tragfläche der Akustischen Gitarren von Garcia und Bob Weir und dem Piano des Neu-Keyboarders Brent Mydland, vor allem aber den Stimmen recht zart besaitet daherkommen. Ganz ausgezeichnet gerieten Sound und Pressqualität des amerikanischen Reissue – das erhöht die Sympathiewerte nochmals deutlich. Aber rocken tut es nicht.
(Analogue Productions / Speakers Corner, 2 LPs, 16 Tracks)
 
 
TAJ MAHAL
RECYCLING THE BLUES & OTHER RELATED STUFF
Rekordverdächtig kurze Spielzeiten pro Seite, dazu abzuspielen mit 45 Umdrehungen pro Minute: Das signalisiert höchste audiophile Ansprüche. Und in der Tat klingt diese 1972er Scheibe, für die Original Recordings Group neu gemastert von HighEnd-Guru Bernie Grundman, in dieser teuren Luxus-Ausgabe dermassen präsent und realistisch, dass man die alte LP getrost zum Second Hand Händler bringen darf. Musikalisch geht es – teils live, teils Studio – höchst puristisch zu. Mehr als jeweils eine Gitarre, ein Banjo, einen Kontrabass oder eine Kalimba gibt es ausser der knorrigen Stimme von Mr. Henry St.Clair Fredericks nicht zu hören. Auf Seite 3 allerdings veredeln die blutjungen Pointer Sisters die beiden Songs, einmal pustet Howard Johnson in die Tuba. Ansonsten hält Blues-Forscher Taj Mahal genau ein, was der LP-Titel verspricht. Purster Blues, eine Prise Jazz und Weltmusik. Nichts für schnellen Nebenbei-Genuss.
(ORG, 2 LPs 45 U/min, 11 Tracks)
 
 
MANIC STREET PREACHERS
EVERYTHING MUST GO
Es war die erste LP, welche die Jungs aus Blackwood nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Sprachrohrs und Autoren Richey James Edwards im Februar 1995 dann 1996 herausbrachten – und sie fiel zugänglicher und erfolgreicher aus als alles, was die Manischen Strassenprediger bis dahin produziert hatten. Noch mit vielen Textbeiträgen von Edwards war das Album eine Art Durchgangsstation zum internationalen Durchbruch der Waliser später mit „This Is My Truth...“. Mit der 6/8-Takt-Hymne „A Design For Life“ enthält es die gitarren- und mellotrongetränkte musikalische Visitenkarte der „späteren“ Manics. Music On Vinyl hat sich um die Reanalogisierung des MSP-Backkatalogs schon sehr verdient gemacht: „Everything...“ ist dank guter Pressung und Textbeilage ein weiteres Must für Freunde schwarzgepressten Britpops.
(Music On Vinyl, 12 Tracks)
 
 
BROOKE MILLER
FAMILIAR
Wieder eine typische Produktion aus dem Wohlklang-Haus Stockfisch im niedersächsischen Northeim: Die auch optisch höchst ansprechende kanadische Singer/Songwriterin Brooke Miller brachte lediglich ihre kraftvolle, zwischen Joni Mitchell und Sara K changierende Stimme, ihre akustische Greenfield-Gitarre und Bassist/Keyboarder Don Ross mit ins Studio sowie zehn Songs, das Titellied in „Piano“- und „Guitar“-Version. Günter Pauler produzierte die sanft-melodische Musik zwischen Folk, Country und klassischem Songwriter gewohnt audiophil – es ist immer wieder ein entspannender Hochgenuss, seinen Tonträgern zu lauschen. Wer statt der perfekt gepressten 180-Gramm-LP partout digital hören will, kann in hoher Auflösung die dann klanglich ebenbürtige Zweikanal Hybrid-SACD goutieren.
(Stockfisch, 11 Tracks)
 
 
THE MOODY BLUES
TO OUR CHILDRENS CHILDREN
Die Mondflüge, aber auch die mögliche Zukunft der Menschheit im allgemeinen inspirierte die fünf Moody Blues 1969 zu ihrem fünften Album. Unter Federführung von Produzent Tony Clarke fertigten die Briten (alle mit Songwriter-Credits) ihre Softrock Suiten. E-Gitarren bringen zuweilen Härte, das stark genutzte Mellotron die bandbekannte Opulenz. Für den für damalige Verhältnisse exzellenten Sound konnte man auf State-of-the-Art-Studiotechnik zurückgreifen – live konnte die Truppe das komplexe Werk nicht mehr aufführen. Das Reissue im schönem Klappcover samt beigelegtem Textblatt geht klanglich wohl auf das 1997er digitale Remaster zurück, minimale Härten gegenüber der MFSL-Fassung bleiben so nicht aus.
(Music on Vinyl, 13 Tracks)
 
 
ROY ORBISON
AND THE TEEN KINGS
Noch ohne Markenzeichen-Sonnenbrille, aber schon mit Markenzeichen-Tenor nahm Roy Kelton Orbison aus Vernon, Texas, blutjung wie viele seiner Rock’n’Roll- und Rockabilly-Heldenkollegen bei Sun in Memphis Tennessee auf. Mit seiner Band The Teen Kings bis Ende 1956 (Sun LP 1050), dann als Solist noch bis Anfang 1958, bevor er zu RCA, später zu Monument wechselte. Doch den mitreissenden Schwung, den fetzig-ursprünglichen Rock etwa von „Ooby Dooby“ brachte Orbison später nie mehr so in die Rille wie in seinen Teen-Jahren. Das hat definitiv King-Klasse, meilenweit weg vom Heulsusen-Pop. OK, in mono, aber so erstklassig vom DJ Alain „Ding Dong“ Pourquier remastered und so liebevoll gepresst, dass es Lust auf mehr von diesem unverfälschten Stoff macht. Wären doch nur alle Fifties-Reissues so gut!
(Sun/Charly, 14 Tracks)
 
 
CARL PERKINS
PUT YOUR CLOTHES ON
Es ist etwas schwierig, für diese LP (ursprünglich, mit anderem Tracklisting: Sun LP 1046) ein genaues Erscheinungsjahr auszuweisen. Aufgenommen wurden die Songs 1957 in Memphis Tennessee, kompiliert und remastered anno 1985, 2010 brachte Charly die Zusammenstellung im Rahmen seiner Deluxe Classic Series heraus, jetzt sind 13 davon (wieder) auf LP hierzulande zu kaufen. Für Mono-Sound, Repertoire und Pressung gilt das gleiche wie bei Roy Orbison And The Teen Kings: erstklassig. Und der spätere Sideman von Johnny Cash konnte auch ohne Blue Suede Shoes richtig rocken – man höre mal sein Cover von „Caldonia“. Auch wenn der Wildlederschuh-Megahit hier fehlt, Fans des frühen, knackigen Rock’n’Roll müssen hier zugreifen.  
(Sun/Charly, 13 Tracks)
 
 
 
IGGY POP
THE IDIOT
Die sehr enge Zusammenarbeit mit Produzent und Co-Autor und David Bowie führt dazu, dass der ehemalige Sänger der Stooges auf seinem Solo-Debüt fast wie ein Klon des Thin White Duke der „Berliner Phase“ klingt. Macht aber nix. Das Song-Material, darunter die Erstfassung des später von Bowie zu Chart-Ehren geführten „China Girl“, hat grosse Klasse. Den Sound trimmten die Protagonisten auf düsteren, dichten, dabei fast beklemmend wenig brillanten und vor allem bei den stoischen Drums wenig dynamischen Sound. Weil beabsichtigt und absolut kongruent mit der Mucke, geht das in Ordnung. Ein Knüller wie das kreisend-schreitende „Dum Dum Boys“ wäre im HiFi-Sound halb so wirkungsstark. Wobei die befriedigende Pressqualität des amerikanischen Reissues geringfügig mehr vom Originalklang bewahrt als die lausige 1990er CD-Version.
(4 Men With Beards, 7 Tracks)
 
 
MAGGIE & TERRE ROCHE
SEDUCTIVE REASONING
Ein weiteres verborgenes Americana-Juwel, das es vor dem Abtauchen ins reine Insider-Wissen zu bewahren gilt: das 1975er Debüt der irisch-stämmigen Roche-Schwestern aus New Jersey. Mit mehreren Produzenten, Paul Simon, Paul Samwell-Smith und David Hood, sowie Top-Musikern aus dem Muscle Shoals-Umfeld brachten Maggie und Terre (später mit Suzzy Roche zum Trio Roches gewachsen) ihre erstklassigen Songs aufs Band. Fern aller Schablonen zwischen Country und Folk sangen sie mal rau, mal engelsgleich harmonierend ihre Lieder, darunter auch das ein wenig pathetisch orchestrierte Mini-Meisterwerk „West Virginia“. Das von Speakers Corner betreute Reissue bewahrt den von Bass und Drums eher weich grundierten, aber sehr klaren und präsenten Klang hervorragend gepresst. Wer die Indigo Girls mag, wird diese ihre Vorgängerinnen lieben.
(Columbia/Sony/Speakers Corner, 10 Tracks)
 
 
 
 
 
SANTANA
SHAPE SHIFTER
Die Major Company Sony veröffentlicht vermehrt auch brandkaktuelle Alben parallel auf CD und Vinyl oder lässt Lizenznehmer Music On Vinyl schwarz pressen. „Shape Shifter“ ist ein überwiegend instrumentales Album, mit dem Altmeister Carlos auch ältere Santana-Fans nach teils peinlichem Pop-Geschrammel wieder für sich einnehmen dürfte. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1997 bis 2007 und betören zum Teil mit sehr schönen Melodien, unterlegt mal von indianischen Gesängen, mal von sanfter Latin Percussion. Ohne illustre Gäste, dafür mit viel Seele gespielt. Die Klangqualität entspricht weitgehend der CD.
(Music On Vinyl,12 Tracks)
 
 
 
RON SEXSMITH
BLUE BOY
Sexsmith ist kein guter Sänger, aber ein sehr guter Songschreiber. Dieser Kollektion von 2001 im schönen Klappcover fehlen allerdings die sensationellen Hooklines. Das Album mit Credits für Produzent Steve Earle und seine „history lesson“ schlurft unaufgeregt vorbei, ohne tiefere Spuren zu hinterlassen. Um echte Begeisterung für diesen Kammerpop zu wekcen, fehlt die Klasse etwa von Lambchop oder der HighEnd-Sound von Stockfisch-Produktionen. Am ehesten bleiben noch zum Teil originelle Klangsprengsel, die zum Teil echtes Karibik-Feeling in die Studios des staubigen Nashville brachten. Und der Name des Masterers: Hank Williams. Doch trotz des berühmten Namens (keine Verwandtschaft) gerieten weder der Sound noch die holländische Pressung erstklassig.
(Interscope/Music On Vinyl, 14 Tracks)
 
 
 
SPIRIT
TWELVE DREAMS OF DR. SARDONICUS
In der Besetzung Randy California (g, voc), Ed Cassidy (dr), Jay Ferguson (voc, perc), John Locke (key) und Mark Mark Andes (bg) spielte Spirit 1970 diesen Westcoast-Rock-Klassiker ein. Produzent David Briggs gestattete etliche psycheldelische Soundexperimente, trimmte aber die Band auch zum Teil in Richtung Pop-Akzeptanz. Music On Vinyl brachte das Topalbum zwar dankenswerter Weise im Klappcover mit dem „gewohnten“ falschen Tracklisting auf der Rückseite, verzichtete aber sonst auf jede Info (Besetzung, Texte, Remastering etc.). Die bietet zum Beispiel das Midprice-CD-Remaster von 1997, das erstaunlicherweise auf den viel klareren Sound bringt. MOV scheint hier eindeutig nur zweite Wahl gehabt zu haben, dumpfer und zum Teil eigenartig angezerrt etwa klingt Cassidys HiHat. Die gleichfalls noch kursierende Sundazed-LP (im Klappcover) tönt etwas luftiger.
(Epic/Music On Vinyl, 12 Tracks)
 
 
 
DUSTY SPRINGFIELD
DEFINITELY
Noch vor dem Über-Album „Dusty In Memphis“ nahm die weisse Soul-Diva 1968 in Good Old England dieses kaum weniger starke Album auf, ihr fünftes. In den Arrangements der Vollprofis John Paul Jones, Keith Mansfield und Peter Knight glänzte Miss Springfield (1939 – 1999) mit inbrünstig-ausdrucksvollen Interpretationen. Man höre mal ihre geballte Ladung Soul in „Piece Of My Heart“ – verstecken muss sie sich damit vor der grossen Janis J. nicht. Überhaupt hört man die launische Lady heute viel lieber mit Uptempo-Nummern. Streicherversülzte Balladen machen einfach weniger Spass als etwa knallige Bigband-Wucht wie in „I Only Wanna Laugh“. Die Bild-Reproduktion des Einfach-Cover geriet etwas mau, die Pressung etwas besser. Das schön bedruckte Innersleeve hätte ruhig auch den Begleittext von Rose Collis zu dem wohl zur Überspielung genutzten 1998er CD-Remaster mitliefern können. 
(Music on Vinyl, 12 Tracks)
 
 
 
TEDESCHI TRUCKS BAND
EVERYBODY’S TALKIN’
Das gab es schon lange nicht mehr: Ein aktuelles Drei-LP-Set. Und das gibt es erstaunlicherweise gleich ausgestattet von Sony direkt (etwas günstiger) und vom Lizenznehmer Music On Vinyl auf 180 Gramm. Das Blues-Rock-Paar Derek Trucks (Allman Brothers Band) und Susan Tedeschi (auch als Solistin erfolgreich) verstärkte sich mit zwei Drummern, Bass, Bläsersection und Background-Sängern – und bei elf Titeln auf sechs Seiten ist klar, wohin die Reise geht: lange Improvisationen über sattem, aber nicht allzu harten Southern-Rock-Fundament. Misses Tedeschi singt beseelt mit rauher Stimme, Ehemann Trucks lässt die Gitarre oft auch im slidemodus singen und die Band spielt superb. Da hört man bis zum grandiosen Abschluss „Wade In The Water“ mit wachsender Begeisterung zu, auch wenn die Pressungen nicht allererste Sahne sind.
(Sony, 3 LPs, 11 Tracks) lbr
 
 
 
TEN YEARS AFTER
A SPACE IN TIME
Beinharte Fans mögen vielleicht über die eher mässige Reproduktion des Klapp-Covers mäkeln – am Sound des 1971 erschienenen, kommerziell erfolgreichsten Album der britischen Bluesrock-Könige gibt es nichts zu meckern. Im Gegenteil, die Mittenbalance scheinen Steve Hofmann und die Jungs von Audio Fidelity besser hinbekommen zu haben als bei deutschen Originalpressungen. Für US-Verhältnisse aussergewöhnlich gut geriet die 200-Gramm-Pressung der von Kevin Gray superb geschnittenen Scheibe. Da dürfte es das für September angekündigte EMMI-Reissue schwer haben. Musikalisch boten die Jungs um „Speedfinger“ Alvin Lee klassisches TYA-Gold: cooler, psychedelsich anghauchter Bluesrock mit Country-, Pop- und Jazz-Sprengseln, sowie satter Rock’n’Roll-Würze. Ein grosses Album aus grosser Zeit.
(Audio Fidelity, 10 Tracks)
 
 
 
IKE & TINA TURNER
FEEL GOOD
Ja, es fehlt ein Knaller wie „Nutbush City Limits“. Und ja, der Sound geriet trotz Remastering von Sean Magee in den Abbey Road Studios sehr dicht und ein wenig mulmig. Aber: Die Turners verwöhnen auch auf ihrem 1972er Album mit einem bärenstarken Funk, Soul und Rhythm & Blues. Sogar das Beatles-Cover „She Came In Through The Bathroom Window“ gelingt erstklassig. Warum Ike allerdings einige Top-Nummern wie den tollen Rausschmeisser „Bolic“ wie einige andere Songs so rüde und früh ausblenden liess, bleibt sein Geheimnis. Doch was auch immer er seiner Tina zu der Zeit angetan haben mag: Sie gibt authentisch das singende, röhrende, kreischende und männermordende Erotikon, das potenziert mehr anmacht als das gezähmte Mainstream-Mädel der Spätjahre.
(Pure Pleasure / Speakers Corner, 10 Tracks)
 
 
 
 
JOE WALSH
ANALOG MAN
Na ja. Wenn man sich durch das aktuelle Solo-Album des einstigen Eagles-Gitarrenhelden und trockengelegten Alkoholikers gehört hat, bleibt wenig Begeisterung. Selbst Koproduzent Jeff Lynne konnte aus bescheidener Songqualität kein Jahrhundertalbum schmieden. Natürlich ist der Albumtitel ein wenig kokett, denn auf digitale Studiotechnik verzichten Walsh und Lynne natürlich nicht. Er spielt eher auf Walshs „altmodische“ Vorliebe für zeitlosen Soul und die auch textlich eher raue Gangart an. Aber die Klasse des lange zurückliegenden Solo-Ausflugs „But Seriously Folks“ schafft der bald 65jährige Grammy-Gewinner diesmal nicht.
(Fantasy / Universal, 10 Tracks)
 
 
YES
OPEN YOUR EYES
Der umtriebiger Yes-Bassist Chris Squire arbeitete mit Keyboarder Billy Sherwood zunächst an einem Nebenprojek, aus dem dann nach dem soundsovielten Ausstieg von Rick Wakeman 1997 ein reguläres Yes-Studio-Album wurde. Dank Sireena Records gibt das von den Fans seinerzeit durchwachsen aufgenommene Werk nun endlich auch auf Vinyl: in sauberem, strukturierten, zeittypisch allerdings schon kräftig komprimiertem Sound. Instrumental eher rockig, manchmal sogar poppig mit sehr straighten Drums, nur selten gitarristisch verfrickelt unterlegt, überzeugen einmal mehr die Vokalspuren von Hochtöner Jon Anderson und Squire. Eine Frechheit ist der „Longtrack“ namens Solution, der zu drei Vierteln seiner 24 Minuten Spielzeit aus vogelgezwitscher-unterlegten Gesangsfetzen besteht. Seis drum: Yes-Fans sollten bei der limitierten Ausgabe schnellstmöglich zugreifen.
(Sireena, 2 LPs, 11 Tracks)
 
 
 

VERSCHIEDENE INTERPRETEN

 

NEW RIDES OF THE FURIOUS SWAMPRIDERS
Auch der vierte Sampler, den Tom „The Perc“ Redecker unter den Hufen der „Swampriders“ zusammentrommelte, entzieht sich konsequent stilistischer Einordnung. Und mit „irgendwie schräg“ lässt sich auch kaum fassen, was da an Folk-Polka-Americana-Blues-Cajun-Hillbilly-Country-Rock-Klängen so aus der gut gefertigten Rille dringt. Mit The Walkaboouts, M. Walking On The Water, Deborah Harry oder 16 Horsepower sind auch bekanntere Namen unter den Interpreten. Das ganze ist garantiert nicht mainstream oder gar radiotauglich, aber unglaublich cool. Da freut man sich schon auf die für nächstes Jahr angekündigte Zusammenstellung aus den ersten beiden, über 20 Jahre alten und längst vergriffenen ersten Folgen.
(Sireena, 14 Tracks)
 
 
 
 
ANTONIO VIVALDI
LE QUATRO STAGIONI
Giulano Carmignola, Violine; Sonatori de la Gioiosa Marca
 
Die Aufnahme aus der Kirche San Vigilio galt seit ihrem Erscheinen auf CD als Geheimtipp unter Audiophilen – und unter Barock-Liebhabern. Denn der Geiger Giuliano Carmignola, längst zu den Klassik-Platzhirschen der Deutschen Grammophon gewechselt, steckte 1992 noch am Beginn seiner Karriere: Voller Feuer, Elan und mit toller Farbgebung strich er Vivaldis Evergreen zum Hit mit Tiefgang. Seine Begleiter, die „Klangkünstler aus dem fröhlichen Grenzland“, trugen ein gehöriges Mass „Italianita“ zum hervorragend gelungenen Klanggemälde bei. Das Schweizer Label Divox hatte damals eine superben Sound produziert, den auch schon das amerikanische HighEnd-Label Cisco 2007 in die schwarze Rille pressen ließ. Und den nun nach deutschem Analog-Remastering im Renommierstudio Pauler Acoustics das Hongkonger Label Silk Road in Top-Qualität erneut fertigte. Auch wer sonst keine Geige mag – hier hängt der Klang-Himmel voll davon.
(Silk Road Music, 12 Tracks)
 
 
 
ALBAN BERG, WOLFGANG RIHM
VIOLINKONZERTE
Anne-Sophie Mutter, Violine; Chicago Symphony Orchestra, James Levine
 
Alban Bergs „Dem Andenken eines Engels“ (1935) und Wolfgang Rihms „Gesungene Zeit“ (1992) eignen sich bestens, Neuton-neurotischen Zeitgenossen die Angst vor der Musik des 20. Jahrhunderts zu nehmen. Beide Konzerte biedern sich zwar überhaupt nicht mit pseudoromantischem Schwulst an Schmuseklassik-Hörer an, ziehen aber mit zum Teil himmlisch schönen Klängen in ihren Bann. Wolfgang Rihm fordert die Widmungsträgerin Anne-Sophie Mutter aufs C alogisiert"nstein der Moderne. Clearaudio hat die digitale Aufnahme jetzt gleichsam überzeugend "Äusserste. Souverän meistert die Geigerin in extremer hoher Lage Höchstschwierigkeiten en masse. Doch nicht nur als Tour de force geriet die Einspielung überzeugend – sie ist ein Meilenstein der Moderne. Clearaudio hat die digitale Aufnahme jetzt gleichsam überzeugend „analogisiert“.
(DG/Clearaudio, 4 Tracks)
 
 
 
HECTOR BERLIOZ
SYMPHONIE FANTASTIQUE
Orchestre National de France, Leonard Bernstein
High Quality Supercuts – kein geringer Anspruch, den sich das Reissue-Label Hi-Q da auf die Fahnen schreibt. Die Briten werten Aufnahmen aus dem EMI Classics Bereich aus und überspielen die alten Analog-Master in den Abbey Road Studios neu auf hochwertiges Vinyl. Bernsteins 1976er Einspielung von Berlioz frühromantischem Schlüsselwerk „Aus dem Leben eines Künstlers“ inklusive Hinrichtung lotet die hochgeputschte Emotionalität der Programmusik voll aus, doch Lenny trägt nicht nur dick auf. Mit erstaunlichem Gespür ziseliert er auch die zahlreichen rhythmischen und klangfarblichen Finessen. Diese zugegeben teure LP ist ein Prachtstück – wie die meisten anderen Hi-Q-LPs übrigens auch.
(Hi-Q, 5 Tacks)
 
 
 
NIKOLAI RIMSKY-KORSSAKOFF
SCHEHERAZADE
Duisburger Philharmoniker, Jonathan Darlington
Auch das westdeutsche Label Acousence hat sich höchster Qualität verschrieben – im Digitalen wie im Analogen. Nun darf man vielleicht aus Duisburg nicht unbedingt die orchestral perfekteste, raffinierteste Aufnahme des höchst populären russischen Standardwerks erwarten. Doch zum einen realisiert John Darlington eine erstaunlich farbstarke, zum Teil kräftig leuchtende Erzählung von der Märchenprinzessin, die sich nicht verstecken muss hinter grossen und grössten Namen. Zum anderen aber kommt der Analog-Fan hier in den Genuss der wohl am besten klingenden Aufnahme des grossorchestralen Reissers. Dieser Tontechnik gebührt höchste Anerkennung.
(Acousense, 4 Tracks)

 

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