30. April 1902: Uraufführung der einzigen Oper von Claude Debussy, „Pelléas et Mélisande“, in der Pariser Opéra-Comique. CD-Empfehlungen zu diesem und anderen Meisterwerken des grossen französischen Impressionisten.
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Debussy: La Mer u. a. Orchestre de la Suisse Romande; Ernest Ansermet. Decca/Universal
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Eine kurze Reise zu den Bayreuther Festspielen bringt ihm nach kurzer Wagner-Begeisterung nur Abscheu vor der Wagner-Mode ein. Um 1890 gewinnt Claude Debussy (1862 – 1918) Anschluss an den Kollegen Erik Satie, der ihn in seinem Kampf für eine „sauerkrautlose“, also antiwagnerische Musik bestärkt. Nicht minder wichtig wird für Debussy die Bekanntschaft mit symbolistischen Dichtern wie Paul Verlaine, Stéphane Mallarmé und Maurice Maeterlinck. Dessen verschlüsseltes Psychodrama Pelléas et Mélisande lernt er 1893 kennen, und in einer fast zehnjährigen Arbeit gelingt ihm mit seiner Vertonung das Gegenstück zu Wagners Tristan. Bei der Premiere vor 110 Jahren geht die Musik beinahe im Gelächter des gelangweilten Publikums unter. Erst allmählich setzt sich die Einsicht durch, dass Debussy für die Musik etwas der Psychoanalyse Vergleichbares geschaffen hat. Die szenischen Vorgänge sind nur noch Widerschein der seelischen Regungen, Sein und Schein werden in ein unauflösbares Spannungsverhältnis gezwungen. Wenn Golo seinen jüngeren Bruder Pelléas, den er gerade bei einem halb kindlichen Spiel mit seiner Frau Mélisande überrascht hat, in ein Gewölbe unter dem Schloss führt, bleibt alles offen – nur die Unheimlichkeit der Musik ist hier eindeutig.
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