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17.07.2012 / Test: Panasonic DMP-BDT500 / Udo Ratai

SMART UND FLEXIBEL

Panasonics neuer Top-Blu-ray-Player DMP-BDT500 beherrscht die moderneNetzwerktechnik souverän und offeriert beste Bild- und Tonqualität. Als Besonderheit verfügt Panasonics neues Flaggschiff über eine aufwendige Audio-Sektion und über zwei HDMI-Ausgänge.
 

 

 

Dazu gibt es einen 7.1-Tonausgang, erweiterte Bildfunktionen sowie eine Fernbedienung mit Sensorfeld. Ausserdem verarbeitet der BDT500 verschiedenste Video­codecs und setzt seine WLAN-Technik flexibel ein.

 

Ausstattung und Bedienung

Das Sensorfeld erwies sich schon beim BDT320 (Test in HE  6/2012) als gewöhnungsbedürftig. Das Touchpad reagiert recht langsam und produziert leicht Fehleingaben. Zum Glück stehen auf der Fernbedienung auch 38 normale Tasten mit fühlbarem Druckpunkt bereit. Beim Navigieren im Setup oder bei der Laufwerkauswahl ist man aber auf das Touchpad angewiesen. Wer sich partout damit nicht anfreunden kann, der kaufe sich für 30 Franken die Fernbedienung des Vorgängers.

 

Die exklusive Ausstattung mit zwei HDMI-Ausgängen macht sich in vielen Heimkinos bezahlt, denn so kann man Fernseher und Projektor gleichzeitig versorgen. Der zweite HDMI-Ausgang (SUB) lässt sich auch ohne 3D-Videosignal konfigurieren, etwa um hochwertigen Bitstream-Ton von 3D-Filmen an ältere AV-Receiver ohne 3D-Technik auszugeben. Noch ältere Receiver versorgt der Panasonic über seinen analogen 7.1-Tonausgang. Dafür kommen ausgesuchte DA-Wandler-Bausteine von Burr Brown zum Einsatz. Bei unserem Testmuster wirkten die Pegelsteller des Lautsprecher-Setups nicht auf die Stereokanäle, obwohl ein Regelbereich von —6 bis 0 dB angezeigt wird. Das Absenken des Centers und der vier Surround-Kanäle klappte dagegen im Bereich von —12 bis 0 Dezibel. Die Boxenabstände kann man auf eine Zehntelmilli­sekunde genau einstellen; besser wäre aber eine Eingabe in feineren Zentimeterschritten, denn eine Millisekunde entspricht einem Laufzeitunterschied von schon 34 Zentimetern. Mit an Bord ist die in der Praxis unentbehrliche Tonverzögerung. Sie gleicht bei einer analogen Ton-übertragung die rechenbedingte Verzögerung digitaler Displays aus.

 

Hinter der grossen Klappe des Panasonic DMP-BDT500 finden sich das Laufwerk, ein SDXC-Kartenleser und ein USB-Fronteingang. Oben steuern vier Sensortasten die wichtigsten Funktionen.

 

Videotechnisch bietet Panasonic ein Arsenal an Bildfunktionen. Es hält neben sieben Bildreglern weitere Einstellmöglichkeiten für Detailschärfe und Farbfilterung sowie eine 2D/3D-Konvertierung bereit. Parameter für die 3D-Formate, den 3D-Effekt und die 3D-Bildlage lassen sich manuell justieren. Bis auf die fehlende HDMI-Ausgabe im Format 576i gibt es komplette HDMI-Farbmodi (YCbCr 4:4:4/4:2:2 und RGB Standard/Erweitert). Nur beim Thema 4K-Upscaling hat Sonys Top­modell BDP-S790 die Nase vorn (siehe Vorstellung in HE  5/2012).

 

Laufwerk und Schubladenmechanismus machen einen soliden Eindruck. Der Player agiert beim laufenden Film leise, nur beim Einlesen können kurzzeitig Positioniergeräusche auftreten. Die Startzeit für verschiedene Scheiben schwankt zwischen 19 und maximal 37 Sekunden (bei Men in Black mit BD-Java-Menü). Wer noch schneller ins Internet oder auf das Netzwerk zugreifen will, kann den Schnellstartmodus aktivieren. Er verbraucht im Stand-by akzeptable 4,3 Watt und verkürzt die Startzeit des Hauptmenüs von 18 auf 2 Sekunden.

 

Multimedia

Mithilfe der USB-Kamera TY-CC20W (Preis rund 150 Franken) lässt sich Skype aktivieren; dafür gibt auf der Rückseite einen eigenen USB-Port. Per Netzwerk und SD-Karte nimmt der Player Fotos (JPEG und 3D-MPO), AVCHD-Videos sowie MP4-, MOV- und MPEG-Filme entgegen. Über den USB-Frontanschluss akzeptiert er zusätzlich DIVX HD, MKV oder XVID. Kontinuierlich abgespielt werden aber nur AVCHD-Videos eines Ordners, andere Videos muss man einzeln Datei für Datei neu anwählen. Der Menüpunkt „Nahtlose Wiedergabe“ ändert an dieser umständlichen Prozedur leider nichts. Musikfans können neben MP3-Musik auch verlustlose WAV- und FLAC-Dateien abspielen, Letztere allerdings ohne Gapless-Playback. Begleitmusik zur Fotoschau lässt sich nur über USB anwählen. Die sieben Bildregler und die Detailschärfe funktionieren sogar bei JPEG-Bildern und 3D-Fotos. Hochformate zeigt der Panasonic automatisch aufrecht und gibt 3D-Fotos mit „Frame Packing“ im Format 1080/24p aus. Auch 3D-Camcorder-Videos im AVCHD-Format spielt er ab.

 

Integriertes WLAN eröffnet den komfortablen Einstieg ins Internet oder Heimnetzwerk, doppelte HDMI-Ausgänge und ein analoger 7.1-Ton sorgen für Flexibilität beim Anschluss älterer AV-Receiver. Der USB-Anschluss kann mit optionaler Kamera für Skype genutzt werden.

 

Die „Internet“-Taste führt zu rund 30 vorinstallierten Diensten, darunter Facebook, Twitter oder Youtube, dieses aber nur in SD-Qualität und ohne vollständige Bildformate. Weitere Portale, Internetradio und vieles mehr kann man per „Market“-Button nach Genres aussuchen und hinzufügen. Einen Browser gibt es nicht, ebenso wenig lässt sich eine USB-Tastatur anschliessen.

 

Über die neue Funktion „Media Renderer“ können Smartphones Multimediadateien auf einem PC mit DLNA-Server auswählen. Per LAN oder WLAN gelangen sie zum Player, wo sie decodiert werden.

 

Bildqualität Blu-ray und DVD

An der Bildqualität gibt es rein gar nichts auszusetzen – der BDT500 agiert hier praktisch perfekt. In Sachen DVD-Vollbildwandlung meisterte er wie die Modelle BDT220 und 320 alle Testsequenzen fehlerlos im Progressive-Modus „Auto“. Auch Blu-ray-Discs aller Art setzt der Uniphier-Pro²-Prozessor in flimmerfreie Vollbilder um, ob nun Kinofilme mit 24 oder 60 Hertz, TV-Halbbild-Videos im Format 1080/50i oder 1080/60i oder HD-Videos im Format 1080/30p. Auch die digitalen HDMI-Pegel erscheinen originalgetreu. Der Player zeigt korrekte Farben und Normpegel für Schwarz und Weiss bei Blu-rays, ebenso ultraschwarze und ultraweisse Kontraste bei AVCHD-Camcorder-Videos. Bei manchen Gerätekombinationen sollte man die automatische HDMI-Einstellung „Markierung für Inhaltstyp Auto“ deaktivieren, denn sie stellt gelegentlich zu helle Schwarzpegel ein. Raum für Experimente ergibt sich bei 3D-Videos und 3D-Fotos, denn der Player verschiebt die 3D-Ebene weiter nach hinten und ändert den 3D-Bildschirmtyp. Die Variante „Rund“ verschlechtert aber die Skalierung am Bildrand, was im Modus „Flach“ nicht passiert. Die 2D/3D-Simulation liefert nur einen Pseudo-3D-Effekt, der lediglich gewölbte Bildschirmoberflächen und dreidimensionale Menüs hervorbringt.

 

Das Touchpad der Panasonic-Fernbedienung sieht zwar hip aus, ­funktioniert beim Navigieren aber umständlicher als normale Tasten.

 

Tonqualität

Eine Spielwiese für Klangtüftler sind die drei Remaster-Programme mit Upsampling-Funktion und die sechs Röhrenklangsimulationen. Letztere sollen den weichen Klang von Röhrenverstärkern simulieren, was mit dem Programm „Digital Tube-Sound 1“ ansatzweise funktioniert. Es klingt in Bass und Grundton etwas schlanker, liefert aber lebendige Klangfarben. Andere Programme unterscheiden sich kaum vom originalen CD-Klang, der subjektiv nach wie vor die beste Dynamik liefert. Der Panasonic überzeugt als klangstarker CD-Player und liefert in den Labordisziplinen Rauschabstand und Kanaltrennung Bestwerte oberhalb von 100 Dezibel. Ob der Ausgabemodus „Video aus“ für den HDMI-(SUB-)Ausgang den Klang von HDMI-Bitstream-Ton verbessert, bleibt eher eine Glaubensfrage. Die Buchse gibt nämlich weiterhin ein Bild im Format 1080p aus, nur ist es schwarz und in 2D, also kompatibel mit älteren HDMI-Receivern ohne 3D-Technik.

 

Fazit

An der Bild- und Tonqualität von Panasonics neuem Blu-ray-Topmodell gibt es nichts auszusetzen. Neben perfekter DVD- und Blu-ray-Wiedergabe verwöhnt der DMP-BDT500 mit einer Vielzahl an Bildreglern. Und selbst ohne Zuhilfenahme der diversen Feintuning-Massnahmen ersetzt er klanglich den auf Musikwiedergabe spezialisierten CD-­Spieler. Auch die komplette Ausstattung mit zwei HDMI-Ausgängen sowie diversen Multimedia- und Netzwerkoptionen verhilft ihm zu einem absoluten Spitzenplatz unter den derzeit erhältlichen, bezahlbaren Blu-ray-Disc-Spielern.

 

 

Weitere Infos im Web:

http://panasonic.ch
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