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13.07.2012 / Test: Canon EOS 5D Mark III, Nikon D800, Sigma S1 Merrill / Annette Kniffler

DIE SEMIPROFIS

36 Megapixel, 22 Megapixel, 3 x 15 Megapixel – Nikon D800 und Canon EOS 5D Mark III setzen auf die grosse Fläche des KB-Vollformats, Sigmas SD1 Merrill begnügt sich mit dem APS-C-Format, aber in drei Schichten.

 

 

 

Für eine Vollformatkamera bis 4000 Franken zahlen? Immer mehr Amateure sagen ja, und so erneu­­ern nun Canon und Nikon ihre Flaggschif­­fe unterhalb der Profiklasse EOS 1Dx und D4. Canon schickt die EOS 5D Mark III mit 22 Megapixeln für 4000 Franken ins Rennen, Nikon die D800 mit 36 Megapixeln für 3450 Franken. Gleichzeitig hat Sigma den Produktionsprozess seines Foveon-Sensors optimiert und prä­sentiert den Nachfolger der SD1 als SD1 Merrill für 2600 statt zuletzt 8500 Franken. Wo Canon und Nikon der grossen Fläche des Voll­­formats vertrauen, begnügt sich Sigma mit einem APS-C-Sensor, der jedoch mit drei über­einanderliegenden Schichten zu je 15 Megapixeln für Rot, Grün und Blau arbeitet.

 

Canon EOS 5D Mark III

 

Gegenüber der 5D Mark II hat Canon die Auflösung moderat von 21 auf 22,3 Megapixel erhöht, wertet aber den Bedienkomfort durch neue Details auf und bringt das mager ausgestattete Autofokussystem der Mark II auf modernes Profiniveau. Bei Nikon fällt vor allem die eklatant gestiegene Nennauflösung auf: Während die D700 von Anfang an mit nur 12 Megapixeln als puristisch galt, stösst die D800 nun mit 36 Megapixeln (7360 x 4912 Pixel) in die Gefilde des Mittelformats vor. Wegen der extrem hohen Auflösung hat es die D800 freilich mit kleineren Pixeln (4,9 µm), einer dementsprechend geringen förderlichen Blen­de (f 8) und verstärkten Beugungs­verlusten beim Abblenden zu tun. Bei Sigma hat sich primär der Preis geändert. An Haptik und Technik hat sich dagegen so gut wie nichts getan. Umso positiver, dass die SD1 Merrill bei der Bildqualität im oberen ISO-Bereich zulegen kann. Nach wie vor handelt es sich um eine klassische, analog anmutende Kamera, die sich Mode-Ausstattungsfunktionen konsequent verweigert und auf Live View wie auch auf Video ganz verzichtet. Im Gegensatz zu Canon und Nikon verbaut Sigma keinen Tief­pass­filter, was sich positiv auf die Detail­darstellung auswirkt; im Test blieben Moiré-Fehler aus.

 

Gehäuse

Klassentypisch bestehen alle drei Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung und sind mit Dichtungen versehen. Canon hat Letztere gegenüber der 5D Mark II ein wenig verbessert, was etwa am Speicherkartenfach erkennbar wird. Dennoch kommen die Semiprofis, zumindest was den Schutz vor Feuchtigkeit, Staub und Hitze betrifft, nicht an die extrem robusten Profigehäuse einer Nikon D4 und D3x heran. Die SD1 Merrill ist mit 785 g leichter als die 5D Mark III (950 g) und die D800 (1000 g), liegt zudem dank dem grosszügigen, ergonomisch geformten Griff besonders stabil in der Hand. Nikon vermittelt mit sehr griffiger Oberfläche ebenfalls ein angenehmes Gefühl von Sicherheit. Canon baut den Handgriff eine Spur grösser und verwendet jetzt rund um das Stativ­gewinde ein gummiertes Material, sodass die Stativplatte nicht mehr so leicht verrutscht. Minuspunkte bekommt die Mark III jedoch für den fehlenden Ausklappblitz; der von Nikons D800 erreichte im Test LZ 11, der von Sigmas SD1 Merrill LZ 9. Sehr willkommen auch der zusätzliche SDHC/SDXC-Steckplatz, der bei D800 und Mark III den CF-Slot ergänzt.

 

Dem LC-Daten-Display der Canon EOS 5D Mark III sind 4 Funk­tions­tasten zugeordnet. In dunkler Umgebung sollte man die Beleuchtung des Daten-Displays unbedingt ausgeschaltet lassen, da es wegen eines „Lichtlecks“ zu einer Beeinflussung der Belichtungsmessung kommen kann. Canon arbeitet an einer Lösung des Problems.

 

Funktionen

Für Kameras mit derart hoher Auflösung wagen sich Nikon, vor allem aber Canon in bemerkenswert hohe Empfindlichkeitsbereiche vor: Die D800 geht bis ISO 25 600, die 5D Mark III sogar bis ISO 102 400. Dagegen gibt sich die Sigma mit maximal ISO 6400 direkt konservativ. Nikon hat den Verschluss überarbeitet und spricht von 200 000 statt von 150 000 Auslösungen. Der Schlitzverschlussmechanismus von Canon ist für 150 000, der von Sigma für 100 000 Auslösungen ausgelegt. Die beiden Vollformater haben eine Sensorreinigung, und die Nikon als Besonderheit einen USB-3.0-Anschluss an Bord. Dazu kommen einige nützliche Funktionen: So lässt sich bei der D800 das Bildfeld vom Vollformat (FX) unter anderem auf das APS-C-Format (DX) umschalten, zudem eine Filmdatei aus Intervallaufnahmen erzeugen und mit 24- bis 36 000-facher Geschwindigkeit abspielen. Die 5D Mark III kann in JPEGs nicht mehr nur die Vignettierung, sondern zusätzlich die chro­ma­tische Aberration auf Basis einer hinterlegten Objektivdatenbank korrigieren. Für RAW-Aufnahmen be­steht weiterhin die Möglichkeit, unter „RAW-Bildbearbeitung“ eine Korrektur von Rand­abschattung, Farbrändern und Verzeichnung vor­zunehmen. Diese Optionen gibt es beim RAW-Konverter der D800 nicht; der beschränkt sich vor allem auf gängige Funktionen wie Weissabgleich, Belichtungskorrektur und D-Lighting zum Kontrastausgleich.

 

Die Bildstabilisierung erfolgt bei Canon im Objektiv. Seitlich befindet sich das ab­gedichtete Fach für die Anschlüsse.

 

Sucher und Monitor

Bisher zeigten die semiprofessionellen Vollfor­matkameras nur 95 (D700) beziehungsweise 98 Prozent (Mark II) des Bildbereichs an. Bei den Neuen bekommt man endlich das vollständige Bildfeld zu sehen – und das mit einer ordentlichen Vergrösserung von effektiv 0,7-fach (D800) beziehungsweise 0,71-fach (Mark III). Im Gegensatz zur 5D Mark II können Mark III und D800 Gitterlinien einblenden. Ein Extrapunkt geht an die D800 für den praktischen, integrierten Okular­verschluss; Canon legt lediglich eine separate Gummikappe zum Aufstecken bei. Sigma hält am kleineren 98-Prozent-Sucher mit effektiv 0,62-facher Vergrösserung und am fest verbauten 3-Zoll-Monitor mit nur 460 000 RGB-Subpixeln fest. Bei den Vollformatern ist das rückseitige Display von 3,0 auf 3,2 Zoll gewachsen, wobei nur Canon gleichzeitig des­sen Auflösung entsprechend von 921 000 auf 1,04 Millio­nen RGB-Subpixel erhöht hat. In der Praxis wird dieser Vorsprung allerdings kaum sichtbar; Mark III und D800 liefern beide ein klares, scharfes, kontrastreiches Bild – auch aus grösserem Blickwinkel.

 

Belichtungs- und Autofokus-messung

Die Belichtungsmessung erfolgt bei der Nikon D800 über einen RGB-Sensor, dessen Pixelzahl von 1005 (D700) auf 91 000 (D800) steigt. Wie so manche andere Nikon neigt die D800 tendenziell zu überbelichteten Bildern. Auch der automatische Weissabgleich langt hin und wieder daneben, vor allem bei Innenaufnahmen – die Fehlerquote bleibt jedoch im grünen Bereich. Die Canon 5D Mark III nutzt zur Belichtungs­messung einen Dual-Layer-Sensor und zusätzlich die Informationen des Autofokus. Bei der Matrixmessung berücksichtigt sie 63 statt wie die Mark II nur 35 Sektoren und bei der Selektivmessung circa 6,2 statt 9 Prozent des Sucherfelds. Der Spotbereich schrumpft erfreulicherweise von 3,8 auf 1,5 Prozent, und die Belichtungskorrektur reicht nun klassentypisch von –5 bis +5 Blenden. Keine Neuigkeiten dagegen bei der SD1 Merrill mit 77-Segment-Messung.

 

Über den Konverter lassen sich RAW-Aufnahmen direkt in der Kamera entwickeln.

 

Die Mark III arbeitet mit demselben 61-Punkt-AF, der in der Profi­kamera EOS 1Dx zum Einsatz kommt. 41 Messpunkte sind als Kreuzsensoren ausgelegt, 5 davon wiederum als (Stern-)Doppelkreuzsensoren, die selbst mit den Motiven umgehen können, bei denen die für horizontale und vertikale Struk­turen ausgelegten AF-Sensoren an ihre Grenze stossen. Die D800 kommt wie alle Nikon-SLR ohne Doppelkreuzsensoren aus, fand aber im Test äusserst zuverlässig die richtige Schärfe. Sie übernimmt das überarbeitete AF-Modul mit 51 AF-, davon 15 Kreuzsensoren, von ihrer grossen Schwester D4. Im Vergleich zur Vorgängergeneration bietet der neue Autofokus insbesondere eine höhere Empfindlichkeit, um die Einsatz­möglichkeiten von Telekonvertern zu verbes­sern. Die bisherige Grenze der Mindestlichtstärke wurde von 1:5,6 auf 1:8 angehoben. Sigma setzt nach wie vor auf das 11-Kreuzsensor-Modul der SD1.

 

Nikon D800

 

 

 

 

Mit 0,19/0,29 s Auslöseverzögerung inklusive AF bei 1000/30 Lux ist die Nikon D800 eine der schnellsten Kameras ihrer Klasse. Die Canon 5D Mark III brauchte bei uns durchschnittlich 0,3/0,46 s zum Fokussieren und Auslösen, die Sigma SD1 Merrill deutlich zu lange mit 1,24/1,57 s.

 

Im Live View lässt Canon die Wahl zwischen Kontrast- und Phasen-AF, der dann allerdings während des Scharfstellens kurzzeitig die Live-View-Vorschau verhindert. Nikon verzichtet auf diese Option und verweist auf den schnelleren Kontrast-AF – was die Messungen übrigens bestätigen: Im Live View verlängert sich die Auslöseverzögerung der D800 auf 0,92 s, die der 5D Mark III dagegen auf satte 1,77 s!

 

1. Im Gegensatz zur Vorgängerin D700 kann die D800 Full-HD-Filme aufzeichnen. Mittlerweile Standard: der separate Videoauslöser.

 

Bei Bildserien schafft die D800 einen Durchsatz von 4 B/s und stoppt nach 10 Bildern – angesichts der 36 Megapixel und der entspre­chend riesigen Datenmengen eine beachtliche Leistung; die Grösse pro JPEG lag im Test zwischen 9 und knapp 24 MB, eine RAW-Datei nahm durchschnittlich 45 MB in Anspruch. Die 5D Mark III liegt mit 5,7 B/s vorne und übertrifft die Mark II deutlich (3,8 B/s). Die SD1 Merrill begrenzt Serien auf 8 RAW-Bilder, die sie zwar innerhalb von 2 s aufnimmt, aber 20 s lang verarbeitet und speichert. Auch bei Einzelaufnahmen lässt die Sigma den Fotografen warten: Sie brauchte im Test um die 4 s, bis sie das aufgenommene RAW-Bild auf dem Display anzeigen konnte. Schliesslich sind die RAW-Dateien riesig (durchschnittlich rund 52 MB).

 

Video

5D Mark III und D800 nehmen Videos in Full HD (1920 x 1080 Pixel, 30 B/s) als MOV-Dateien (H.264) auf, haben aber in Sachen Videoqualität komplett unterschiedliche Stär­ken und Schwächen. Besonders erfreulich: Canon nutzt die gestiegene Prozessorleistung nach eigener Aus­sage für aufwendigere Verarbeitungsalgorithmen, und der Test zeigt: Die Entwickler bekommen so die bisher grösste Schwäche der Canon-Filmfunktion deutlich besser in den Griff – die Farbfehler, die bei der 5D Mark II immer wieder an regelmässigen Strukturen auftreten. Doch im Detail zeigt Canon Schwächen: Fein strukturierte Flächen wirken verwaschen, teilweise unscharf. Zudem verleiht die stark angehobene Farbsättigung den Mark-III-Videos eine leicht unnatürliche Note. Im Vergleich dazu wirken die Filme der Nikon D800 deutlich schärfer, detailreicher und farblich ausgeglichener; zudem ist hier das Griesseln in dunklen Bild­bereichen dezenter. Andererseits weisen viele ihrer ­Aufnahmen (Farb-)Fehler auf. Wie die Nikon D4 zeichnet die D800 ­Filme intern mit einer Sampling-Rate von 4:2:0 auf, extern mit 4:2:2 bei unkomprimierter Ausgabe des HDMI-Signals an ein externes Aufnahmegerät. Ungeachtet dessen kommt sie nicht an die Videoqualität der grossen Schwester heran. 5D Mark III und D800 haben einen separaten Videoauslöser und einen Kopfhöreranschluss – sehr nützlich fürs manuelle Auspegeln des Tons. Das leidige Thema Autofokus bleibt: Die 5D Mark III fokussiert während des Filmens nur auf Tastendruck, und die D800 zieht die Schärfe nur sehr unzuverlässig nach.

 

Am Bedienkonzept haben sich nur Kleinigkeiten geändert. Vorne links befindet sich die Taste zum Ausklappen des Aufhellblitzgeräts.

 

Bedienkonzept

Nikon trennt bei der D800 die Bedienelemente fürs Filmen und Fotografieren klar von­ein­ander. Abgesehen vom separaten Videoauslöser und vom Drehschalter für Foto- und Video-Live-View kennt man das Be­dienkonzept im Grossen und Ganzen von der D700. Wie von Nikon gewohnt, sind die Tasten und Schalter relativ gross, die Menüs übersichtlich und logisch aufgebaut. Leider verzichtet Nikon hier auf den Still-Modus der D4, in dem die Kamera nahezu geräuschlos auslöst.

 

Im Gegensatz zu Nikon hat Canon am Be­dienkonzept eine ganze Menge verändert. Zwar hält man an den bewährten grossen Einstell­rädern für Zeigefinger und Daumen sowie am Joystick fest. Doch das Menü wurde gegenüber der 5D Mark II erneuert, insbesondere um eine Ebene ausgebaut. Nun gibt es diverse Unterseiten zu den Kategorien Aufnahme, Wiedergabe, Grund- und Benutzereinstellungen sowie seit neuestem Autofokus. Mit dem Wahlrad für den Zeigefinger und dem Joystick kann man durch die Unterseiten blättern, per Q-Taste direkt die Kategorie wechseln. Zu den gelungenen Neuerungen gehört auch der Ein/Aus-Schalter, der sich besser erreichbar am jetzt arretierbaren Moduswahlrad befindet. Das Quick-Menü wird nicht mehr mit dem ­Joystick, sondern über eine separate Taste geöffnet. Und neben dem Auslöser findet sich eine zusätzliche Funktionstaste.

 

Sowohl die 5D Mark III als auch die D800 haben oben das klassenübliche LC-Daten-Display, dank dem sich die Aufnahmeeinstellungen auch ohne Blick durch den Sucher kontrollieren lassen. Nicht so die Sigma SD1 Merrill, der auch eine Funktionstaste für den Weissabgleich fehlt. Stattdessen lassen sich einige Aufnahmeparameter sowohl über das per Func-Taste abrufbare Schnellmenü als auch über den Einstellmonitor (QS) ändern.

 

Die D800 kann je nach aufgesetztem Objektiv automatisch zwischen Voll- und DX-Format wechseln.

 

Bildqualität

Die neuste Generation semiprofessioneller DSLR-Kameras hat bei der Bildqualität noch einmal kräftig zugelegt. Besonders gross fällt der Unterschied zwischen D700 und D800 aus – und das nicht nur wegen der um bis zu 75 Prozent gestiegenen Grenzauflösung, die bei der D800 mit 2150 LP/BH (ISO 100) recht nahe an das theoretische Maximum herankommt. Auch die Darstellung der bunten, ungleichmässigen Strukturen des Dead-Leaves-Charts gelingt der D800 deutlich besser. Gleichzeitig kann Nikon das Rauschen merklich von 0,7 bis 3,3 VN (D700) auf 0,4 bis 1,9 VN (D800) drücken (ISO 100 bis 12 800). Die wesentlich kleineren Pixel der D800 wirken sich lediglich auf die Textur negativ aus – mit 0,9 bis 3,3 Kur­tosis sind nun stärkere Verluste in feinsten Strukturen zu verzeichnen, trotzdem bleiben sie im Rahmen und auf gleichem Niveau wie bei der Konkurrentin Canon 5D Mark III. Deren Kurtosis liegt zwischen 1,1 und 4,1. Die geringere Pixelzahl macht sie jedoch mit einer verbesserten Gesamtleistung ab ISO 800 wett, insbesondere mit einer höheren, der Nikon überlegenen Dynamik (10,0 bis 8,7 Blenden bei ISO 800 bis 12 800) und einer recht kon­stanten, gegenüber der Mark II um bis zu 246 LP/BH gestiegenen Grenzauflösung (1751 LP/BH bei ISO 100). Dazu kommen ein schwächeres Rauschen (0,4 bis 1,3 VN statt 0,6 bis 3,6 VN) und sehr ordentliche Dead-Leaves-Werte, die bis ISO 3200 nicht unter 1400 LP/BH sinken – sehr gut! In der Endabrechnung verhilft erst der etwas schnellere Autofokus der Nikon zu einem minimalen Vorsprung – zwei gleichwertige Mo­­delle, trotz der Pixeldifferenz. Bei Sigma beruhen die Messergebnisse nicht wie bei Nikon und Canon auf JPEG, sondern auf RAW, da der JPEG-Konverter zu keinen überzeugenden Ergebnissen führt. Im RAW-Modus verdient die Merrill jedoch ein dickes Lob und setzt bei ISO 100 und ISO 400 weiterhin den Massstab: Die Entwickler konnten vor allem die Dead-Leaves- und Dynamikwerte gegenüber der SD1 steigern, wenn auch zulasten der Kurtosis-Werte. Wie vom 3-schichtigen Foveon-Sensor gewohnt, läuft die Grenzauflösung mit 1882 LP/BH gegen das theoretisch mögliche Maximum, da der Sensor sehr hohe (Farb-)Kontraste in feinen Details liefert. Allerdings gehört nur die Farb­auflösung zu seinen Stärken, die Farbgenauigkeit lässt dagegen weiterhin zu wünschen übrig.

 

FaZiT

Am Ende liegt die Nikon ganz knapp vor der Canon – ausschlaggebend ist nicht die höhere Auflösung, sondern der schnellere Autofokus. Nikon zeigt, dass 36 Megapixel durchaus mit guten Werten bei Visual Noise und Texturverlust zusammengehen können. Auch in Sachen Video schafft Nikon den Sprung von null auf hundert. Nur der fehlende verstellbare Monitor dürfte so manchem Filmer abgehen – eine Schwäche, die Nikons D800 mit der Canon 5D Mark III teilt. Bei dieser legt die Bildqualität gegenüber der Vorgängergeneration 5D Mark II zwar etwas weniger rapide und nur im oberen Empfindlichkeitsbereich ab ISO 800 zu. Dafür gibt es hier unzählige kleinere und grössere Neuerungen, die überzeugen. Sigmas Topmodell kann auch nach dem Preissturz neben dieser starken Konkurrenz nur knapp bestehen. Bei der Bildqualität hat die SD1 zunächst die Nase vorn, allerdings kosten die bekannten Kritikpunkte wie langsame Signalverarbeitung und Autofokus sowie der schlechte interne JPEG-Konverter entscheidende Punkte. Ausserdem gilt für sie wie auch für Nikon: Nur die besten Objektive ermöglichen es, die Top-Messwerte auch in der Praxis zu realisieren.

 

 

Sigma SD1 Merrill

Anders als die 5D Mark III und die D800, die sepa­rate Ein-/Aus-Schalter bieten, wird die SD1 Merrill einfach über das linke Wahlrad gestartet.

 

 

Dank dem grossen Griff mit tiefer Mulde für den rechten Mittelfinger liegt die Sigma besonders sicher und komfortabel in der Hand.

 

 

Keine Überraschungen beim Bedienkonzept: Die SD1 Merrill gleicht der SD1 wie ein Ei dem anderen.

 

 

 

Weitere Infos im Web:

http://www.canon,ch
http://www.nikon.ch
http://www.fototechnik.ch
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